2. Gevelsberger Stadionlauf – 3.000 Meter pure Liebe

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Am 29. April 2017 fand der zweite Gevelsberger Stadionlauf im Stadion Stefansbachtal statt. Einen Wettkampf über lediglich 3.000 Meter war ich bis dato nicht gelaufen und begab mit dementsprechend auf unbekanntes Terrain. Wie es mir dabei erging, könnt ihr im folgenden Beitrag lesen.

Vor gut sechs Wochen spazierte ich durch die Stadt und sah die ansprechenden Plakate in den Fenstern der Läden hängen, auf denen deutlich zu lesen war: 2. Gevelsberger Stadionlauf, 3 km, 29. April 2017, Stadion Stefansbachtal. Der Griff zum Smartphone ging recht schnell und das Öffnen des Kalenders noch schneller: Keine Termine in Sichtweite. Dann folgte ein typischer Fall von „Erst melden und dann denken“. 3 km? Klar kann ich die laufen, aber schnell am Stück und auf der Bahn? Irgendwann ist immer das erste Mal. Und #ballern geht ja immer. Es folgten sechs Wochen vollkommen unsystematischen Trainings, mit Terminkollisionen und dem Gedanken, nicht zu starten.

Klärungsbedarf

Am Tag vor dem Wettkampf saß ich recht lange an einem Projektbericht, der am gleichen Tag noch per E-Mail über den Äther gehen musste. Anschließend folgte ein Präsenzseminar zur Medizinethik an der FernUniversität in Hagen, das mich bis 20:15 Uhr an den nächsten Stuhl fesselte und mich auch am Samstag weiter fesseln sollte. Dies einerseits gedanklich und andererseits auch örtlich. Daher musste ich am Freitag zunächst meine anteilige Abwesenheit am Samstag klären. Zum Glück hat man für Sportler*innen fast immer und überall Verständnis – zumindest mehr als für vom Hund gefressene Seminarunterlagen. Dem Start stand somit nichts mehr im Weg.

Das erste Mal

Ich glaube, dass ich einer der ersten Teilnehmenden war, der seine Startunterlagen abgeholt hat. Das lag sicher nicht zuletzt daran, dass ich einen Anfahrtsweg von nur etwa 750 Metern hatte. Um 9:00 Uhr wurde noch fleißig im Stadion gewerkelt, Hüpfburgen aufgebaut und das Rahmenprogramm vorbereitet. Ich ging jedoch noch einmal heim, um mich für den Start um 11:00 Uhr vorzubereiten.

Ich weiß nicht, warum, aber ich war an diesem Tag besonders nervös. Vielleicht lag es daran, dass ich noch nie einen Wettkampf über solch eine kurze Distanz gelaufen bin oder daran, dass ich keine Ahnung von einer Rennstrategie hatte. Bei einem Halbmarathon brauche ich schon die ersten drei Kilometer, um mein Tempo zu finden und Puls und Atmung in die richtigen Bahnen zu bringen.

Der Start des ersten Blockes erfolgte pünktlich um 11:00 Uhr und es folgten elf schmerzvolle Minuten und nicht weniger schmerzvolle 44 Sekunden. Siebeneinhalb Runden können verdammt lang sein, aber sind eben auch verdammt kurz.

1. Kilometer

Ich starte aus der zweiten Reihe, ziehe auf die Innenbahn und versuche dem Feld zu folgen. Vor mir sind zehn bis fünfzehn Läufer. Die ersten drei Läufer sind schnell eingesammelt, aber dann wir der Abstand auch schon größer. Auf den ersten 200 Metern eine Pace von ca. 2:54 Minuten pro Kilometer. Relativ geringer Abstand zu den führenden drei Läufern, aber auch relativ geringer Abstand zum plötzlichen Herztod. Das Tempo muss also runter, was mir nicht so schwer fiel. Nach dem ersten Kilometer waren noch acht Läufer vor mir, einer knapp hinter mir und diverse andere ebenfalls noch auf der Strecke.

2. Kilometer

Der Puls pendelt sich bei 180 Schlägen pro Minute ein und Björn läuft neben mir. Das macht er auch noch gute 1,6 Kilometer. Das Tempo fühlt sich gut an und nach und nach werden weitere Läufer eingesammelt, bis letztlich noch sechs Läufer vor mir sind. Zwischendurch folgen Überrundungen; mal durch mich und mal durch die drei Führenden. Erst hier habe ich meine Familie am Streckenrand wahrgenommen die mich motivierte, noch etwas schneller zu laufen.

3. Kilometer

Die letzten 2,5 Runde liegen vor mir. Das Tempo wird noch einmal angezogen, der Abstand zu Björn größer und noch ein letzter Läufer eingesammelt oder überrundet. Ich weiß es nicht mehr, weil ich gefühlt eher in einem Tunnel war, als auf einer Tartanbahn. Die letzte Runde brachte ich in 1:26 Minuten (3:36 Min./km) hinter mich und beendete den Lauf als Fünfter und kurz darauf mit unseren beiden Kindern im Arm. Auf der letzten Runde konnte ich meine physischen Grenzen deutlich spüren. Die Beine hätte noch etwas mehr Tempo machen können, aber kardial war nicht mehr drin.

Das Ende vom Lied

Am Ende sollte es für den 7. Platz in der Gesamtwertung (von ca. 280 Läufer*innen/Walker*innen) und den dritten Platz in der AK. 26 bis 35 reichen. Damit hatte ich nicht wirklich gerechnet und freue mich nun umso mehr. An die Distanz kann man sich sicher gewöhnen, aber irgendwie liegen mir Distanzen ab 5 km doch eher. Trotzdem werde ich beim Gevelsberger Stadionlauf wieder starten. Schließlich heißt es ja nicht umsonst: Support Your Local Running Scene! Rund 110 Bilder vom Stadionlauf sind hier zu finden. Von mir gibt es wie immer nur Ellbogen oder Knie zu sehen.

Infos zum Lauf

Beim Gevelsberger Stadionlauf handelt es sich um einen Charity-Lauf. Die Erlöse werden dem Verein Taubenväter „Taubenväter – Menschen helfen Menschen e.V.“ gespendet. Der Verein „Taubenväter – Menschen helfen Menschen e.V.“ aus Gevelsberg ist seit mehr als 30 Jahren gemeinnützig aktiv und sammelt Geld für den guten Zweck. Mit Taubenzucht oder der Taube als Tier hat der Verein aktiv jedoch nichts zu tun – der Begriff Taubenväter leitet sich vielmehr aus dem Symbol der Friedenstaube ab, was die Namensgebung der damaligen Herren-Skatrunde der Gründungsväter, aus der die erste Spendenaktion mit damals 1.000 DM entstand, beeinflusste. Mehr Infos zur Charity gibt es hier und mehr Infos zu den Taubenvätern hier.
Kategorie Termine

Hallo! Mein Name ist Sebastian (@sebastianrennt). Ich bin 35 Jahre alt und mache NICHTS mit Medien. Ende 2013 entdeckte ich meine Leidenschaft fürs Laufen und bin seither infiziert vom Lauffieber. Laufen gibt mir ein befreiendes Gefühl und macht mich glücklich. Jeder Kilometer mehr in den Beinen macht mich ein Stück freier und lässt den Stress des Alltags verschwinden.

3 Kommentare

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  2. Cooler Bericht und herzlichen Glückwunsch zur der geilen Zeit! Das war für mich besonders spannend zu lesen, weil ich demnächst auch meine ersten Bahnwettkämpfe absolvieren und Marathon- und andere Straßenwettkämpfe währenddessen erstmal vernachlässigen möchte. Da bin ich ja beruhigt, dass es auch ohne megasystematisches Training darauf gut möglich ist 😀

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