Bluetens im Test – Physiotherapie für die Hosentasche

Bluetens - Verpackung - www.sebastianrennt.deBluetens - Verpackung - www.sebastianrennt.de

Wer wünscht ihn sich nicht: Den persönlichen Physiotherapeuten, der die geschundenen Muskeln nach dem täglichen Training lockert, Verspannungen löst oder kleinere Zipperlein beseitigt? Ich hätte ihn jedenfalls gerne. Bluetens greift das Konzept des Therapeuten für die Hosentasche auf und kombiniert das mittlerweile etablierte TENS-Gerät mit einer App auf dem Smartphone. Was ein TENS-Gerät ist, was die Bluetens kann und wie mir das Gerät gefällt, könnt ihr im folgenden Beitrag lesen.

Was ist ein TENS-Gerät?

TENS steht für Transkutane Elektrische Nerven-Stimulation und ist ein Verfahren aus der Elektrotherapie. Man könnte auch von Reizstrom sprechen. Indikationen sind z. B. Schmerzbehandlung und Muskelaufbau. Neben der Behandlung durch Ärzte oder Physiotherapeuten wird auch die Eigenbehandlung mit selbst beschafften oder verordneten Geräten immer beliebter. Professionelle Geräte sind aber kaum mit den Geräten aus dem Discounter zu vergleichen, da professionelle Geräte deutlich mehr Einstellmöglichkeiten, und damit Therapiemöglichkeiten, bieten.

Funktionsweise

„TENS-Geräte arbeiten als Tongeneratoren“(Bastigkeit , 2011). Sie erzeugen zwei unterschiedliche Arten von Tönen: hohe und mittlere bis niedrige Töne. Die Höhe des Tones hat dabei eine Auswirkung auf die Reaktion des Zielmuskels. Während hohe Töne ein schnelles Zucken oder Kribbeln verursachen, lösen tiefe Töne ein intensives, langsames Zucken oder ein starkes Klopfen aus (Bastigkeit , 2011).

Behandlungsziele

Die meisten Geräte bieten zwei Funktionen: TENS und EMS (Elektrische Muskel-Stimulation). Ziel von TENS ist es Muskel-/Gelenkschmerzen oder chronische Schmerzzustände zu lindern. EMS hingegen verfolgte das Ziel Muskeln zu stärken und/oder zu entspannen.

Erster Eindruck

Die Bluetens kommt in einer schicken Pappbox, die neben der Bluetens das folgende Zubehör beinhaltet:

Die Bluetens ist sehr klein, leicht und wirkt gut verarbeitet. Das Gerät liegt gut in der Hand und die wenigen Bedienelemente lassen sich leichtgängig bedienen. Sehr positiv finde ich, dass drei Sätze Ersatzelektroden mitgeliefert werden.

Um die Bluetens in Betrieb zu nehmen, muss das Gerät geladen und mit dem Telefon verbunden sein. Zudem muss die zugehörige App aus dem App-Store geladen werden. Das Koppeln mit dem iPhone klappt problemlos und das Laden geht blitzschnell (ca. eine Stunde per USB am Stromnetz).

Die App

Die App startet schnell und wirkt sehr aufgeräumt. Die Auswahl der zu behandelnden Körperregionen lässt sich intuitiv über ein Wahlrad steuern. Insgesamt können 15 Körperregionen angesteuert werden, die mit drei unterschiedlichen Hauptprogrammen behandelt werden können:

  • Stärken
  • Therapieren
  • Entspannen

Innerhalb des jeweiligen Hauptprogramms gibt es weitere Programmbereiche, die gewählt werden können. Auch diese enthalten weitere Programme, die unter anderem auf den Trainingszustand oder die Intensität des Schmerzes angepasst sind. Auf den folgenden Bildern sind exemplarisch die Programme zu sehen, die sich für die gewählte Körperregion Oberschenkel im Programmbereich Entspannung finden lassen.

Nach der Auswahl des Programmes gelangt man in einen Bereich, der über die jeweilige Behandlung informiert und eine Information über die Einstellung der richtigen Intensität des Stromes gibt. Die Erklärungen sind kurz, informativ und für eine App vollkommen ausreichend.

Nach der Bestätigung wird eine Grafik eingeblendet, die dem Nutzer die richtigen Orte zum Anbringen der Elektroden zeigt. Während der Behandlung kann die Intensität der Behandlung über die App oder das Drehrad am Gerät eingestellt werden.

Behandlungsplanung und Favoriten

Um das Training bzw. die Behandlung besser planen zu können, bietet die App eine Kalenderfunktion, in der die Einheiten geplant werden können. Zudem lassen sich Favoriten anlegen, um einen schnelleren Zugriff zu den am häufigsten genutzten Programmen zu haben. Im Menü befindet sich auch der Zugang zum „Pro Modus“, der per E-Mail freigeschaltet werden muss. Dort befinden sich noch weitere Einstellmöglichkeiten, die ich bislang noch nicht getestet habe.

Über den Downloadbutton (Pfeil auf der rechten Seite), kann ein Programm direkt auf die Bluetens geladen werden, um das Gerät auch ohne App nutzen zu können.

Im Einsatz 

Ich habe die Bluetens* gute sechs Monate getestet und verschiedene Programme ausführlich getestet. Besonders die Beine, den Nacken und die Schultern habe ich damit „therapiert“.

Die Programme zum Muskelaufbau habe ich am wenigsten genutzt und das Gerät eher zur Entspannung bei Verspannungen oder bei Schmerzen verwendet. Gerade nach intensiven Einheiten, wie Intervallen oder Tempoläufen, bringt das Gerät schnelle Entspannung in die beanspruchten Muskelpartien. Bei mir in der Regel nach zwei bis drei Anwendungen.

Das Anlegen der Elektroden* ist aufgrund der Anleitung in der App recht einfach. Jedoch kam es auch vor, dass ich die Elektroden nicht richtig angebracht hatte, und der Zielmuskel nicht durch den elektrischen Impuls stimuliert werden konnte. Hier half es mir, wenn ich vorher noch einen Blick in ein Anatomiebuch warf, um den genauen Muskelverlauf nachvollziehen zu können. Hier wäre eine genauer Anleitung wünschenswert.

Leider kann man den Ladezustand des Akkus nur über die App ablesen. Hier wäre eine kleine Farb-LED am Gerät eine nette Ergänzung. Die Bedienung des Gerätes ist insgesamt sehr einfach. Ich könnte mir jedoch vorstellen, dass die Verstellung am Gerät für manch große Finger etwas „fummelig“ ist.

Fazit

Im Testzeitraum hat die App riesige Fortschritte gemacht. Während es in der ersten Zeit häufiger zu abstürzen kam, kommt es nun nicht mehr dazu. Zudem hat die Menüführung deutliche Fortschritte gemacht und ist für mich sehr intuitiv angelegt. Die Programmvielfalt ist hoch und ich habe bis heute nicht alle Programm testen können.

Während das Gerät insgesamt sehr hochwertig wirkt, wirken die Anschlusskabel eher billig. Das schränkt zwar die Funktion nicht ein, trübt aber etwas den sonst positiven Gesamteindruck.

Preislich bewegt sich das Gerät deutlich über dem Niveau von Geräten aus dem Discounter, aber noch deutlich unter dem Bereich der professionellen Geräte. Hier wäre ein Vergleich mit teureren Geräten super, um Unterschiede feststellen zu können. Ersatzelektroden* kosten je nach Größe zwischen zehn und fünfzehn Euro.

Insgesamt ein toller, kleiner Helfer, der Entspannung und Linderung bringen kann, wenn es mal zwickt. Natürlich ersetzt das Gerät keinen Physiotherapeuten und keinen Arzt. Jedoch sehe ich es als nützliche Unterstützung im Regenerationsprozess an.

Eine Notiz für die Transparenz: Die Bluetens wurden mir für den Produkttest durch die PR-Agentur von Bluetens kostenlos zur Verfügung gestellt. Das Testergebnis spiegelt ausschließlich meine persönliche Meinung wider. Die Kooperation mit der Agentur hatte keinen Einfluss auf das Testergebnis.

Quellenangaben:

Bastigkeit , M. A. (2011, August 5). TENS: Lass zucken, Kumpel – DocCheck News. DocCheck News. Abgerufen Oktober 17, 2016, von http://news.doccheck.com/de/1119/tens-lass-zucken-kumpel/

Bluetens

149
Bluetens
8.5

Verarbeitung

10/10

    Funktionen (Hardware)

    7/10

      Funktionen (App)

      9/10

        Spaßfaktor

        8/10

          Innovationsgrad

          9/10

            Positiv

            • Verarbeitung
            • Menüführung App
            • Spaßfaktor
            • Innovationsgrad

            Negativ

            • Akkustand nicht am Gerät ablesbar
            • Anschlusskabel Elektroden
            Kategorie Produkttests

            Hallo! Mein Name ist Sebastian (@sebastianrennt). Ich bin 35 Jahre alt und mache NICHTS mit Medien. Ende 2013 entdeckte ich meine Leidenschaft fürs Laufen und bin seither infiziert vom Lauffieber. Laufen gibt mir ein befreiendes Gefühl und macht mich glücklich. Jeder Kilometer mehr in den Beinen macht mich ein Stück freier und lässt den Stress des Alltags verschwinden.

            2 Kommentare

            1. Hi Sebastian,
              sehr interessanter Bericht. Ich habe ja schon seit einiger Zeit ein EMS Gerät im Einsatz und bin davon begeistert. An einem Gerät mit TENS hätte ich auch noch Interesse, da man bei der „Therapie zu Hause“ auch noch andere Dinge erledigen kann.
              Grüße, Matthias

              • Hi Matthias, das Gerät ist wirklich interessant und macht Spaß. Muss mir mal die größeren Elektroden besorgen, um mich auch mal dem EMS zu widmen. Therapie zu Haus ist wirklich super. Ich finde, dass sich kleine Verspannungen super lösen lassen (Nacken, Schultern nach einem unentspannten Lauf). Cheers, Sebastian

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